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Schätzung im Steuerrecht - Teil 1

Sicherheitszuschlag

Hat ein Betriebsprüfer Fehler in Ihrer Buchführung entdeckt, so kann das Finanzamt Ihre Gewinnermittlungen verwerfen und die Höhe Ihrer Einkünfte und Umsätze schätzen. Dabei hat die Finanzverwaltung verschiedene Schätzungsmethoden entwickelt.

Die einfachste und zugleich für den Steuerpflichtigen unangenehmste Methode sind sog. Sicherheitszuschläge. Dabei nimmt das Finanzamt Ihre Zahlen als Grundlage und addiert 5 bis 15 % Ihrer Umsätze als zusätzlichen Umsatz und Gewinn. Irgendwelche Kontrollüberlegungen stellt das Finanzamt hierbei im Regelfall nicht auf.

Dies kann oftmals fatale Folgen für das geprüfte Unternehmen haben: Stellen Sie sich vor, dass Ihr Unternehmen einen jährlichen Umsatz von 400.000,00 € generiert, wobei ein Gewinn von lediglich 40.000,00 € verbleibt. Ein mittlerer Sicherheitszuschlag von 10% würde 40.000,00 € betragen. Sie müssten also 7.600,00 € Umsatzsteuer nachzahlen und einen doppelten Gewinn versteuern! Wenn Sie - entgegen der Vermutung des Finanzamtes, dieses Geld nicht als Schwarzgeld unter dem Kopfkissen versteckt haben - können Sie eine solche Steuernachzahlung nicht stemmen.

Unangenehm ist eine solche Schätzungen auch für Ihren Anwalt. Denn die Finanzgerichte sehen Sicherheitszuschläge als eine zulässige Schätzungsmethode. Dabei wurden keine Fallgruppen ausgearbeitet, in welchen eine solche Schätzung unzulässig wäre. Und es werden in der Rechtsprechung keine Richtlinien zur Höhe der Sicherheitszuschläge aufgestellt. Zwar gibt es immer wieder Gerichtsentscheidungen, in denen bestimmte Prozentsätze als angemessen anerkannt werden, doch handelte es sich dabei stets um Einzelfälle.

In vielen Fällen ist es allerdings durchaus möglich gegen die Sicherheitszuschläge erfolgreich vorzugehen. Zum einen können Sie nachweisen, dass derartige Umsätze in Ihrem Betrieb nicht erzielbar sind. Zum anderen sollten die Berechnungen des Prüfers genauer unter die Lupe genommen werden, denn oft werden Sicherheitszuschläge ausgehend von tatsächlich nicht erzielten Umsätzen berechnet. Und zu guter Letzt ist die Höhe der Zuschätzung stets Verhandlungssache.